Die jüngste Vereinbarung über einen vorübergehenden Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran hat der Weltwirtschaft einen positiven Impuls gegeben, der sich auch im Bitcoin-Markt widerspiegelt. Bitcoin (BTC) stieg am Dienstag in weniger als vier Stunden um 6 Prozent – eine Entwicklung, die viele Händler überraschte und zu einer Liquidation von 280 Millionen US-Dollar an den Bitcoin-Futures-Märkten führte. Die Erleichterung über den Waffenstillstand, der den Druck auf die Ölpreise verringern und die Inflation eindämmen könnte, bleibt jedoch fragil.
Eine anhaltende Deeskalation des Konflikts könnte nicht nur die Ölpreise, sondern auch den Inflationsdruck senken. Dies würde der US-Notenbank Federal Reserve, die sich trotz des schwächeren Arbeitsmarktes bisher gegen Zinssenkungen ausgesprochen hat, potenziell Spielraum für eine expansive Geldpolitik verschaffen. Zudem beobachten wir, dass Händler, die sich zuvor von risikoreicheren Märkten zurückgezogen hatten, nun zurückkehren, da die Gefahr eines schweren Wirtschaftsabschwungs nachgelassen hat.
Die kürzliche Liquidation von bärischen Hebelpositionen im Wert von 280 Millionen US-Dollar trug zur Rallye bei, doch die Daten zu Bitcoin-Derivaten deuten nicht auf eine signifikante Veränderung der Marktdynamik hin. Am Mittwoch erreichte das gesamte offene Interesse an Bitcoin-Futures 593.930 BTC, ein Anstieg von 2,5 % gegenüber Dienstag. Es ist wichtig zu erwähnen, dass Liquidationen im Wert von 200 bis 300 Millionen US-Dollar in den letzten 90 Tagen nicht ungewöhnlich waren. Folglich ist der jüngste Anstieg um 280 Millionen US-Dollar angesichts des gesamten Futures-Volumens von 42 Milliarden US-Dollar nicht ungewöhnlich.
Darüber hinaus blieb die annualisierte Prämie der Bitcoin-Futures gegenüber den Spotmärkten unverändert bei 3 %. Die geringe Nachfrage nach Long-Positionen hat diesen Indikator seit Ende Januar unter der neutralen Marke von 4 % gehalten. Die Nachfrage nach Put-Optionen (Verkaufsoptionen), die vor Kursverlusten schützen, überstieg in den letzten zwei Wochen die Nachfrage nach Call-Optionen (Kaufoptionen), obwohl letztere nicht mehr das extrem pessimistische Niveau von Ende März erreicht.
Das Vertrauen in Bitcoin hat durch den Flash-Crash am 10. Oktober 2025, Enttäuschungen hinsichtlich der Regulierungen und den Stillstand bei der Entwicklung der strategischen Bitcoin-Reserve der USA bereits gelitten. Der jüngste Entwurf des PARITY Act enthielt keine Steuerbefreiungen für kleine Bitcoin-Zahlungen oder aufgeschobene Kapitalgewinne aus dem Mining. Darüber hinaus trat David Sacks am 26. März von seinem Amt als Berater des Weißen Hauses für künstliche Intelligenz und Kryptowährungen zurück.
Darüber hinaus wurden trotz wiederholter Zusagen von Finanzminister Scott Bessent hinsichtlich haushaltsneutraler Strategien keine konkreten Schritte für den Erwerb von Bitcoin ohne neue Steuern vorgelegt. Gleichzeitig forderte die Demokratische Partei aufgrund potenzieller Interessenkonflikte eine strengere Aufsicht der Regulierungsbehörden über die Kryptowährungsinitiativen der Familie Trump.
Trotz des jüngsten Kursanstiegs scheinen Bitcoin-Bären ihre Short-Positionen nicht schnell schließen zu wollen. Der Inflationsdruck ist weiterhin hoch, der Brent-Ölpreis liegt aktuell bei rund 95 US-Dollar pro Barrel, ein Anstieg gegenüber 72 US-Dollar Ende Februar. Zudem ist die zweiwöchige Waffenruhe alles andere als eine nachhaltige Lösung und lässt die Möglichkeit einer Korrektur auf 68.000 US-Dollar in der Zukunft offen.
Wie würde sich eine mögliche Verlängerung des Waffenstillstands mit dem Iran auf die Bitcoin-Preise auswirken?
Ein längerer Waffenstillstand könnte die Ölpreise senken und dadurch den Inflationsdruck verringern, was wiederum zu mehr Investitionsmöglichkeiten im Kryptobereich, einschließlich Bitcoin, führen könnte.
Warum bestehen trotz der jüngsten Kursanstiege weiterhin bärische Short-Positionen?
Die ausgeprägte pessimistische Stimmung hält aufgrund des anhaltenden Inflationsdrucks und der unsicheren Regulierungen in den USA an, was viele Händler dazu veranlasst, ihre Short-Positionen nur ungern zu schließen.
Was sind die größten Hindernisse für einen Aufwärtstrend bei Bitcoin?
Zu den größten Hindernissen zählen unklare Regulierungen, ein Mangel an staatlichen Konjunkturprogrammen und anhaltende geopolitische Unsicherheit, die zusammengenommen den Optimismus hinsichtlich einer Erholung auf derzeit höhere Niveaus wie 80.000 US-Dollar dämpfen könnten.