Die regierende türkische Partei AKP hat dem Parlament einen umfassenden Gesetzesentwurf zur Wirtschaftsreform vorgelegt, der Kryptowährungen besteuern und zahlreiche Steuer- und Ausgabenvorschriften überarbeiten soll. Dieser Vorschlag, der derzeit der Großen Nationalversammlung der Türkei vorliegt, ist ein wichtiger Schritt hin zu einem strukturierteren und besser regulierten Krypto-Ökosystem im Land.
Die Gesetzesänderung zielt darauf ab, das Einkommensteuergesetz und das Verbrauchsteuergesetz zu ändern, um einen neuen Rahmen für Kryptowährungen zu schaffen. Krypto-Plattformen, die dem türkischen Kapitalmarktgesetz unterliegen, werden vierteljährlich eine Steuer von 10 % auf realisierte Gewinne erheben. Dies gilt für private und institutionelle Anleger unabhängig von ihrem Wohnsitz. Dieser Ansatz unterstreicht die wachsende Anerkennung digitaler Vermögenswerte im traditionellen Finanzsektor und ermöglicht Anlegern, klare Erwartungen hinsichtlich ihrer Steuerpflichten zu haben.
Darüber hinaus wurden die Pflichten von Dienstleistern erweitert. Sie müssen eine Transaktionssteuer von 0,03 % auf den Marktwert oder Verkaufspreis der von ihnen gehandelten Krypto-Assets entrichten. Dies ermöglicht ihnen transparentes Handeln, verpflichtet sie aber gleichzeitig zusätzlich zur Einhaltung der Steuervorschriften. Krypto-Broker und andere Intermediäre werden anhand ihrer Verwaltungsdaten geprüft. Sollten Nutzer falsche oder unvollständige Angaben machen, können die Steuerbehörden sie für etwaige Fehlbeträge haftbar machen. Dies kann sowohl die Struktur von Krypto-Dienstleistungen als auch die Genauigkeit der an die Steuerbehörden übermittelten Daten beeinträchtigen.
Der Gesetzentwurf stellt klar, dass Schlüsselbegriffe wie „Krypto-Assets“, „Wallet“ und „Plattform“ dieselbe Bedeutung haben wie im türkischen Kapitalmarktgesetz und verknüpft somit die Steuerbestimmungen fest mit den bestehenden Finanzstandards. Diese Konsistenz schafft einen klareren und besser nachvollziehbaren Rechtsrahmen, der für Anleger, die sich in diesem dynamischen Markt bewegen wollen, von entscheidender Bedeutung ist. Der türkische Präsident wird zudem ermächtigt, die Quellensteuer von 10 % je nach Token-Art, Haltedauer, Emittent oder verwendetem Wallet-Typ auf 0 % zu senken oder auf 20 % zu erhöhen. Dies ermöglicht eine flexiblere steuerliche Behandlung verschiedener Krypto-Assets, was für Anleger potenziell attraktiv sein könnte.
Der Vorschlag sieht außerdem Steuerbefreiungen für Kryptotransaktionen vor, die der Transaktionssteuer unterliegen, d. h. sie sind von der Mehrwertsteuer befreit. Darüber hinaus werden Universitätskliniken ab 2027 von den FW-Steuern ausgenommen. Diese Befreiungen könnten die Akzeptanz von Kryptowährungen in bestimmten Sektoren fördern und zu breiteren Investitionen in digitale Vermögenswerte führen.
Die Krypto-Regulierungen treten zwei Monate nach ihrer Veröffentlichung in Kraft, sofern sie genehmigt werden. Dies bietet Investoren und Unternehmern, die ihre Strategien an die neue steuerliche Realität anpassen möchten, einen klaren Zeitplan.
Was bedeutet die 10%ige Steuer auf Kryptogewinne?
Die 10%ige Steuer muss von den Krypto-Plattformen von den Gewinnen privater und institutioneller Anleger einbehalten werden, wodurch diese verpflichtet sind, ihre Steuerpflichten genau zu überwachen.
Wie werden Dienstleister nach diesem neuen Gesetz besteuert?
Die Dienstleister sind verpflichtet, eine Transaktionssteuer von 0,03 % auf gehandelte Krypto-Assets zu zahlen, was sie zu Transparenz und Genauigkeit in ihren Geschäftsabläufen verpflichtet.
Welchen Einfluss haben die Befugnisse des Präsidenten auf die Steuersätze?
Der Präsident kann die Steuersätze auf der Grundlage verschiedener Faktoren variieren, wodurch Flexibilität bei der steuerlichen Behandlung unterschiedlicher Token und möglicherweise Möglichkeiten für Investoren zur Optimierung der Steuerbelastung geschaffen werden.