Telegram-Chef Pavel Durov hat Frankreich vorgeworfen, in die Stichwahl der rumänischen Präsidentschaftswahlen einzugreifen. Die französische Regierung weist die Vorwürfe entschieden zurück. Auch Russland äußerte Zweifel am Wahlergebnis, bei dem der proeuropäische Kandidat Nicusor Dan führt.
Die Kontroverse brach aus, nachdem Durov auf Telegram behauptet hatte, eine westeuropäische Regierung habe versucht, Druck auszuüben, um konservative Stimmen in Rumänien zum Schweigen zu bringen. Später verwies er ausdrücklich auf Frankreich. Die französische Diplomatie reagierte auf X (ehemals Twitter) heftig und bezeichnete seine Kommentare als „unbegründete Desinformation“ und stellte ein Bild mit dem Text „FAKE“ in roten Großbuchstaben zur Verfügung.
Durov behauptet, er sei Anfang des Jahres von Nicolas Lerner, dem Chef des französischen Geheimdienstes DGSE, persönlich angesprochen worden. Bei einem Treffen im renommierten Hôtel de Crillon habe Lerner ihn angeblich gebeten, konservative Telegram-Konten zu sperren. Durov sagt, er habe dies kategorisch abgelehnt.
Die DGSE bestätigt, dass Gespräche stattgefunden haben, bestreitet aber, dass es einen Antrag auf Wahlbeeinflussung gegeben habe. Ziel sei es gewesen, kriminelle Aktivitäten über Telegram, wie etwa Drogenhandel, zu bekämpfen, so die Behörde. Betrug und Kindesmissbrauch.
Der Fall sorgte auch außerhalb Frankreichs für Aufsehen. Elon Musk teilte Durovs Beitrag auf X mit dem Kommentar „Wow“, was für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte. Russland, das zuvor die proeuropäische Natürlich von Rumänien, bezeichnete das Wahlergebnis als „gelinde gesagt bemerkenswert“.
Gleichzeitig berichteten die rumänischen Behörden, dass in den sozialen Medien, insbesondere über Telegram, Desinformationen kursierten. Gefälschte Nachrichten suggerierten, der rechtsextreme Kandidat George Simion habe gewonnen und französische Truppen würden sich auf eine NATO-Intervention vorbereiten.
Rumäniens Wahlen verlaufen seit Monaten turbulent. Im November wurde das Ergebnis der ersten Runde, das der Rechtsnationalist Calin Georgescu gewonnen hatte, für ungültig erklärt. Nun steht Nicusor Dan, der gemäßigte und proeuropäische Bürgermeister von Bukarest, mit fast 54 Prozent der Stimmen vor dem Sieg.
Was wirft Pavel Durov der französischen Regierung vor?
Er behauptet, dass Frankreich kurz vor der Präsidentschaftswahl versucht habe, konservative Stimmen in Rumänien über Telegram zu zensieren.
Wie reagierte Frankreich auf diesen Vorwurf?
Frankreich bestritt alle Vorwürfe, bezeichnete Durovs Bericht als „unbegründet“ und bezeichnete ihn in den sozialen Medien als „falsch“.
Spielt Russland in der Kontroverse auch eine Rolle?
Ja, der Kreml stellt das Wahlergebnis in Frage und wird von Rumänien verdächtigt, an Desinformationskampagnen beteiligt gewesen zu sein, mit denen versucht wurde, den Wahlprozess zu untergraben.