Singapur hat nicht lizenzierten Krypto-Unternehmen offiziell verboten, Kunden im Ausland zu bedienen. Die Botschaft der Zentralregierung Bank (MAS) ist eindeutig: Besorgen Sie sich eine Genehmigung oder gehen Sie. Damit wird eine langjährige Gesetzeslücke geschlossen, die viele Unternehmen ausgenutzt haben, um von der Stadt aus weltweit tätig zu sein.
Was wie ein plötzlicher Kurswechsel erscheint, ist in Wirklichkeit die logische Konsequenz jahrelanger Politik. Singapur will die „regulatorische Arbitrage“ abschaffen – die Praxis, Regulierungen durch zunehmende Standortverlagerung in nachsichtigere Länder zu umgehen. Und Singapur ist nicht allein: Weltweit werden die Vorschriften für Krypto-Unternehmen immer strenger.
Die Monetary Authority of Singapore betonte, ihre Position sei seit 2022 bekannt. Unternehmen, die Dienstleistungen für Kunden im Ausland anbieten, benötigen lediglich eine Lizenz. An der Gesetzeslage hat sich nichts geändert – die Geduld ist einfach erschöpft.
Lange Zeit nutzten Krypto-Unternehmer Singapur als Standort: Solange sie keine singapurischen Kunden hatten, konnten sie unbemerkt bleiben. Doch dieser Platz ist nun weg. „Unternehmen, die die Regulierungen umgehen wollen, werden letztlich nirgendwo hingehen können – außer vielleicht zum Mond“, sagte Anwalt Joshua Chu.
Der Exodus aus Singapur wirft die Frage auf: Wohin können diese Krypto-Unternehmen als nächstes gehen? Hongkong, Thailand und Dubai sind beliebte Optionen, aber auch dort wurden die Vorschriften verschärft.
Hongkong beispielsweise zwang alle nicht lizenzierten Börsen, das Land im Jahr 2024 zu verlassen. Und obwohl sich die Stadt gerne als kryptofreundlich darstellt, wurden bisher nur 10 Lizenzen ausgestellt – weit weniger als in Singapur.
Thailand hat kürzlich fünf Börsen wegen Geldwäscherisiken ausgeschlossen. Die Philippinen verlangen nun sogar für jedes Krypto-Unternehmen eine physische Niederlassung im Land. Sogar Dubai, einst als „sicherer Hafen für Kryptowährungen“ angesehen, verhängt strengere Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche, nachdem es 2024 von der grauen Liste der FATF gestrichen wurde.
Singapur ist neben Hongkong, der EU und Südkorea Mitglied der Financial Action Task Force (FATF). Diese Länder setzen strengere Regeln für Transparenz, Geldwäschebekämpfung und die Überwachung von Kryptotransaktionen um.
Der Druck auf Nichtmitgliedstaaten steigt: Länder, die sich nicht an die Vorgaben halten, riskieren, auf die graue Liste gesetzt zu werden – mit schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen. Pakistan beispielsweise hat während seiner Zeit auf der Liste schätzungsweise 38 Milliarden Dollar an Wirtschaftswachstum verloren.
Das Fazit ist klar: Die Zeiten, in denen Krypto-Unternehmen problemlos von Land zu Land ziehen konnten, um Regulierungen zu umgehen, sind vorbei. Selbst die fortschrittlichsten Krypto-Zentren verlangen heute Lizenzierung, Aufsicht und Transparenz.
Die kommenden Monate werden für viele Unternehmen entscheidend sein. Viele müssen sich neu ausrichten, professionalisieren oder sogar ihren Betrieb einstellen. Compliance ist keine Option mehr – sie ist der neue Standard. Krypto.