Ein virales Video aus dem Jahr 2018 ist wieder aufgetaucht, in dem CEO Brad Garlinghouse selbstbewusst verkündet, Ripple werde SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunications) übernehmen. Damals befand sich das Krypto-Zahlungsunternehmen noch in einer frühen Wachstumsphase und positionierte sich aggressiv als schnellere und günstigere Alternative zu SWIFT. Seitdem hat sich Ripple in vielerlei Hinsicht deutlich weiterentwickelt, unter anderem in den Bereichen Regulierung, Zahlungsverkehr, globale Akzeptanz und Partnerschaften.
In einem Interview mit Bloomberg im Jahr 2018 wurde Garlinghouse gefragt, ob er glaube, dass Ripple jemals SWIFT übernehmen könnte. Mit bemerkenswerter Gelassenheit antwortete er: „Was wir tagtäglich tun, ist im Grunde die Übernahme von SWIFT.“ Er gab an, dass das Unternehmen bereits über 100 Verträge mit Banken abgeschlossen habe und merkte an, dass einige der größten Institute, die SWIFT-Technologie nutzen, bereits auf Ripples Lösungen zurückgreifen.
Garlinghouses Aussage spiegelte nicht nur Vertrauen in Ripples Wachstumspotenzial wider, sondern auch in dessen Fähigkeit, globale Zahlungssysteme zu transformieren. Er nannte praktische Anwendungsbeispiele und erläuterte, wie ein Geldtransferunternehmen 2018 die Ripple-Technologie eingeführt und dadurch die Transaktionsgebühren von 20 auf nur 2 US-Dollar gesenkt hatte. Dies führte zu einem erstaunlichen Nutzungsanstieg von 800 %. Genau diese Art von Wachstum und Dynamik ist es, die Ripple vorantreibt, während SWIFT Schwierigkeiten hat, solche Ergebnisse zu erzielen.
Dennoch bleibt ein beträchtlicher Teil der Krypto-Community skeptisch. Ein möglicher Grund für diese Zurückhaltung liegt darin, dass SWIFT seit 1973 das Rückgrat der internationalen Finanzkommunikation bildet und in dieser Zeit robuste Standards für Vertrauen, Compliance und Sicherheit aufgebaut hat – Bereiche, in denen Ripple im Vergleich dazu noch in der Entwicklung ist.
Es gibt jedoch Bereiche, in denen SWIFT Schwächen aufweist und die Ripple verbessern möchte. Das aktuelle SWIFT-System benötigt 1 bis 5 Tage für die Abwicklung von Transaktionen, während Ripple Überweisungen innerhalb von Sekunden ausführen kann. Darüber hinaus liegen die Kosten pro Transaktion bei SWIFT zwischen 25 und 50 US-Dollar, wohingegen die durchschnittlichen Gesamtkosten für institutionelle Zahlungen über Ripple lediglich zwischen 0,001 und 0,01 US-Dollar pro Transaktion variieren – ein bemerkenswerter Unterschied.
Eine der größten Schwächen von SWIFT ist, dass es Geld nicht direkt transferiert, sondern lediglich Nachrichten über Geld versendet und weiterhin auf vorfinanzierte Nostro-Konten angewiesen ist. Genau hier liegt ein entscheidender Vorteil von Ripple. Während vorfinanzierte Konten und der Einsatz von Intermediären Zahlungen bei SWIFT verlangsamen, nutzt Ripples On-Demand Liquidity (ODL) XRP als Brückenwährung, um Überweisungen zu beschleunigen. Das Unternehmen wandelt die Währung des Absenders in XRP um, transferiert diese innerhalb von Sekunden über das Ledger und wandelt sie anschließend wieder in die Währung des Empfängers zurück.
Mit Blick auf die Gegenwart hat Ripple seit 2018 bedeutende Hürden überwunden. Das Unternehmen beendete seinen fast siebenjährigen Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsicht SEC und erreichte eine klarere Regulierung und höhere Anerkennung. Gleichzeitig baute Ripple seine globale Präsenz weiter aus und verbesserte das XRP Ledger (XRPL) durch neue Updates und verbesserte Sicherheitsfunktionen.
Ripple strebt weiterhin nach Konkurrenz oder Kooperation mit SWIFT. Das Unternehmen hat Partnerschaften mit Hunderten von Banken, Zahlungsdienstleistern, Geldtransferunternehmen und anderen Institutionen geschlossen. Darüber hinaus hat Ripple sein Dienstleistungsangebot durch strategische Akquisitionen, darunter Hidden Road, Metaco, GTreasury und weitere, erweitert. Dadurch bietet das Krypto-Unternehmen nun nicht nur Zahlungsdienste, sondern auch Lösungen für Verwahrung, Abwicklung und Treasury-Management an.
Ripple hat kürzlich einen wichtigen Meilenstein erreicht, indem das Unternehmen vom Office of the Comptroller of the Currency (OCC) die bedingte Genehmigung für eine nationale Banklizenz erhalten hat. Eine vollständige Lizenz würde Ripple offiziell als Bundesbank ausweisen und das Unternehmen seinen Zielen einen Schritt näher bringen.
Wie hat Ripple seine Position im Vergleich zu SWIFT gestärkt?
Ripple hat seine Position gestärkt, indem es eine Technologie anbietet, die Überweisungen innerhalb von Sekunden zu deutlich geringeren Kosten ermöglicht als SWIFT, das oft Tage dauert und mit höheren Kosten verbunden ist.
Was sind die wichtigsten Vorteile der On-Demand-Liquidität von Ripple?
Ripples On-Demand-Liquidität nutzt XRP als Brückenwährung und ermöglicht so die schnelle und effiziente Abwicklung von Transaktionen ohne Vorfinanzierung.
Welche Schritte hat Ripple unternommen, um rechtliche Hindernisse zu überwinden?
Ripple hat einen fast siebenjährigen Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsicht SEC beigelegt, was zu einer klareren Regulierung und Anerkennung innerhalb der Branche geführt hat.