Man kauft sich eine neue Hose, die man auf Instagram gesehen hat, und merkt dann, dass das Geld für das Nötigste wie Krankenversicherung oder Miete nicht mehr reicht. Spontankäufe scheinen im ersten Moment oft harmlos, können aber für viele junge Erwachsene schwerwiegende finanzielle Folgen haben. Untersuchungen von ING zeigen, dass jeder Dritte zwischen 18 und 34 Jahren aufgrund von Impulskäufen schon einmal in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist.
Darüber hinaus gibt jeder Dritte an, dass ihm sein impulsives Kaufverhalten das Sparen erschwert. Online-Verlockungen, sozialer Druck und die Möglichkeit, später zu bezahlen, machen es schwer, Impulskäufen zu widerstehen.
Obwohl fast jeder ab und zu spontan etwas kauft, ist dieses Verhalten besonders unter jungen Erwachsenen verbreitet. Fast 80 % von ihnen tätigen monatlich einen Impulskauf – Kleidung und Schuhe sind besonders beliebt. Auch wenn es im Moment Spaß macht, führt dieses Verhalten dazu, dass jeder dritte junge Erwachsene seine Kaufkraft verliert. sparenDarüber hinaus geben 30 % sogar an, aufgrund von Impulskäufen in finanzielle Schwierigkeiten geraten zu sein.
Auch für junge Erwachsene macht das heutige digitale Umfeld die Sache nicht einfacher. Fast ein Drittel der Niederländer hat das Gefühl, dass die Algorithmen sozialer Medien immer besser darin werden, ihre Vorlieben zu erkennen, und manche fühlen sich unter Druck gesetzt, diesem Beispiel zu folgen. TrendsDies führt oft zu Fehlkäufen: Ein Drittel der jungen Erwachsenen gibt zu, häufig Dinge zu kaufen, die sie eigentlich nicht brauchen.
Eine große Mehrheit (57 %) kauft mindestens einmal im Monat etwas aus Langeweile oder weil andere es besitzen (53 %). Im Vergleich dazu liegt dieser Wert bei den über 50-Jährigen nur bei 10 %.
Die Studie zeigt auch, dass Menschen, die die Option der Ratenzahlung nutzen, besonders gefährdet sind. Ein größerer Anteil dieser Gruppe berichtet von finanziellen Problemen. „Ratenzahlung kann bequem und sicher sein, birgt aber für Menschen mit begrenztem Budget und mangelnder Finanzplanung ein hohes Risiko für finanzielle Schwierigkeiten“, so Kaastra weiter. „Daher sind strengere Regeln erforderlich, um eine Anhäufung von Schulden zu verhindern, sowie mehr Finanzbildung und praktische Hilfsmittel zum Schutz vor Impulskäufen.“
Impulskäufe erfolgen oft nach dem Ansehen (zeitlich begrenzter) Angebote, die häufig durch das Versprechen von „kostenlosem Versand“ verstärkt werden. Manchmal möchten sich Menschen auch selbst mit einem Kauf belohnen. Sozialer Einfluss spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Junge Erwachsene fühlen sich vor allem von Familie, Freunden und Influencern unter Druck gesetzt. Mehr als ein Viertel der (jungen) Erwachsenen verspürt sozialen Druck, Trends zu folgen. Jeder dritte junge Erwachsene rechtfertigt einen Kauf im Nachhinein. Bei Erwachsenen ist es nur jeder Fünfte.
Zum Glück sind Verbraucher nicht schutzlos. Fast die Hälfte der Befragten gibt an, Wege gefunden zu haben, Impulskäufe zu vermeiden. Die meisten nehmen sich Zeit zum Nachdenken, andere nutzen verschiedene Sparkonten oder Instrumente wie ein Sparbuch.