Zwei prominente Persönlichkeiten bei Goldman Sachs haben eine eindringliche Warnung ausgesprochen: Der US-Aktienmarkt könnte innerhalb eines Jahres um bis zu 20 Prozent fallen. In ihrem jüngsten Podcast legten Jan Hatzius und Peter Oppenheimer ihre Ansichten dar und identifizierten die Kombination aus wirtschaftlichem Gegenwind und schwachen Unternehmensgewinnen als größte Bedrohung für die Aktienkurse.
Ich schätze die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA im Jahr 2025 auf etwa 45 %. Zwar sind die Vertrauensindikatoren derzeit düster, doch einige Kennzahlen zeigen einen positiven Trend. Die Handelsdaten, die vorübergehend durch die Erwartung von Zollerhöhungen verzerrt waren, stabilisieren sich nun etwas, was teilweise auf die vorübergehende Senkung der Einfuhrzölle zurückzuführen ist.
Um sich gegen kommende Zollerhöhungen abzusichern, haben viele Unternehmen ihre Lieferungen vorzeitig abgeschlossen, doch werden diese Effekte nun durch die aktuellen Importzölle abgeschwächt. Allerdings besteht weiterhin das Risiko einer steigenden Inflation, wenn die Zinsen erneut steigen. Sektoren wie die Elektronik-, Automobil- und Bekleidungsindustrie könnten stark betroffen sein, da ihre Margen stark von steigenden Importkosten abhängig sind.
Oppenheimer hat Recht, wenn er darauf hinweist, dass der Markt derzeit eher teuer ist. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 für den S&P 500 könnte ein Rückgang der Unternehmensgewinne um nur 10 % zu einem erheblichen Rückgang des Index führen, selbst wenn die Bewertung gleich bleibt.
Ich glaube jedoch nicht, dass wir uns am Beginn eines länger anhaltenden Bärenmarktes befinden. Die aktuelle Situation scheint eher eine vorübergehende Korrektur zu sein, die durch zusätzliche Bedingungen wie die Handelszölle von Trumpf, dann auf einem strukturellen Rückgang.
Für Anleger ist es entscheidend, nicht blind auf eine schnelle Erholung zu setzen. Obwohl eine Korrektur von 20 % nicht garantiert ist, sind die Signale überzeugend genug, um insbesondere bei riskanten Anlagen einen vorsichtigen Ansatz in Betracht zu ziehen.
Die Inflation in den Vereinigten Staaten sank im April 2025 auf eine Jahresrate von 2,3 %, den niedrigsten Stand seit Februar 2021, was hauptsächlich auf sinkende Lebensmittelpreise zurückzuführen ist. Diese Zahlen könnten zwar vorübergehend für Erleichterung sorgen, dennoch ist es wichtig, wachsam zu bleiben, da Analysten aufgrund der Auswirkungen der Handelszölle einen zunehmen Inflationsdruck prognostizieren. Um höheren Kosten vorzubeugen, haben viele Unternehmen im ersten Quartal ihre Lagerbestände aufgestockt. Diese Puffer können jedoch schnell aufgebraucht sein, was zu weiteren Preiserhöhungen führen könnte.
Was bedeutet ein potenzieller Rückgang um 20 % für Anleger?
Ein Rückgang um 20 % könnte bedeuten, dass Anleger bei ihren Entscheidungen vorsichtiger sein und ihre Portfolios möglicherweise diversifizieren müssen, um das Risiko zu begrenzen.
Welche Sektoren könnten am stärksten von der steigenden Inflation betroffen sein?
Besonders anfällig sind Branchen wie die Elektronik-, Automobil- und Bekleidungsindustrie, da ihre Margen stark von den Importkosten abhängen.
Was können Anleger in einem unsicheren Markt tun?
Anleger sollten sich auf die Analyse ihres Risikoprofils konzentrieren, ihre Anlagen diversifizieren und gegebenenfalls defensive Aktien in Betracht ziehen, um die Auswirkungen von Volatilität zu mildern.