Studien zeigen, dass 60 % der jungen Menschen angeben, ihre Generation habe ein grundlegend anderes Verständnis von Arbeit, Geld und Erfolg als frühere Generationen. Trotzdem hält der Finanzsektor weiterhin an traditionellen Rekrutierungsmethoden wie Karrieremessen und festgelegten Karrierewegen fest. Eine aktuelle Studie von Becky.works mit über tausend jungen Menschen belegt, dass der Sektor dadurch bedeutende Chancen verpasst.
Die Generation Z geht mit ihrem Ansatz auf den Arbeitsmarkt deutlich anders um als frühere Generationen. So informieren sich beispielsweise 41 % der jungen Menschen über Finanznachrichten und -trends in sozialen Medien. Darüber hinaus messen fast 30 % den Informationen, die sie online finden, mehr Bedeutung bei als dem, was sie in der Schule lernen.
Dieser Effekt ist besonders bei jungen Männern ausgeprägt. Von ihnen glauben 44 % – im Vergleich zu 34 % der Frauen –, dass Online-Inhalte über Geld und Unternehmertum den Finanzsektor interessanter machen.
Indem der Finanzsektor an traditionellen Rekrutierungsmethoden festhält, verschenkt er sein Potenzial. Die Generation Z prägt ihre Wahrnehmung des Finanzsektors auf Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube.
Trotz alledem zeigen die Forschungsergebnisse, dass junge Menschen durchaus Interesse an einer Karriere im Finanzsektor haben. Die Kombination aus gutem Gehalt und gesellschaftlichem Mehrwert spricht 50 % der jungen Menschen an. Auch die persönliche Weiterentwicklung spielt eine wichtige Rolle: 37 % finden einen Job im Finanzsektor attraktiver, wenn er ihre Finanzkenntnisse erweitert. Und 36 % legen großen Wert auf Freiheit und Flexibilität hinsichtlich Arbeitsort und -weise.
„Die Generation Z ist sicherlich nicht uninteressiert am Finanzsektor, aber wir sprechen nicht ihre Sprache und sind auf den von ihnen genutzten Plattformen nicht präsent“, sagt Sjoerd Heijmans, Gründer und CEO von Becky.works. „Der Sektor bietet alles, was attraktiv sein könnte – Entwicklungsmöglichkeiten, soziale Wirkung, Flexibilität –, aber wir zeigen dies noch nicht ausreichend.“