Ein Signal, das Anfang dieser Woche aufgetaucht ist Bitcoin (BTCDie aktuelle Entwicklung an den Märkten erinnert an ein ähnliches Signal aus dem Jahr 2023, dem ein beeindruckender Preisanstieg von 130 % im Jahr 2024 vorausging. Dies wirft die Frage auf, ob der Preis erneut kurz vor einem Aufwärtstrend steht. Gleichzeitig deuten Veränderungen bei der Liquidität, den ETF-Zuflüssen und den makroökonomischen Daten auf ein grundlegend anderes Umfeld als vor zwei Jahren hin, was nahelegt, dass der weitere Verlauf nicht dem des vorherigen Zyklus entsprechen wird.
Laut dem Datenaggregator Swissblock befindet sich Bitcoin nun seit 25 Tagen in Folge in der Zone mit extrem hohem Risiko – der längste Zeitraum seit Beginn der Aufzeichnungen. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 23 Tagen aus dem Jahr 2023 übertroffen. Historisch gesehen geht ein längerer Aufenthalt in dieser Zone häufig mit einem späten Drawdown oder einem Bodensignal einher. Michaël van de Poppe, Gründer von MN Capital, wies zudem auf die Wechselwirkung zwischen BTC und dem Gewinn-Verlust-Index hin, die zeigt, dass der Kurs aktuell auf Niveaus notiert, die zuvor Bodenbildungsphasen markierten. Im Jahr 2023 fiel der Wechsel von hohem zu niedrigem Risiko mit dem Beginn einer starken Aufwärtsbewegung zusammen.
Die aktuelle Positionierung der Händler scheint jedoch nicht mit einem Aufwärtstrend übereinzustimmen. RugaResearch berichtete, dass die Nachfrage über einen Zeitraum von 30 Tagen weiterhin zwischen positiv und negativ schwankt. Obwohl der Verkaufsdruck nachlässt, konnte sich eine nachhaltige Kaufnachfrage noch nicht etablieren.
Ecoinometrics, eine Plattform für makroökonomische Newsletter, betont, dass sich Bitcoin-Kursrückgänge dieser Größenordnung selten schnell wieder erholen. Eine Ausnahme bildete die COVID-19-Rallye im Jahr 2020, die durch eine aggressive Geldpolitik begünstigt wurde. Erholungen nach Kursverlusten von 50 % erstrecken sich typischerweise über einen längeren Zeitraum. Daten zu ETF-Zuflüssen untermauern diese vorsichtige Einschätzung: Seit August überstiegen die kumulierten Zuflüsse in Gold-ETFs die Zuflüsse in Bitcoin-ETFs auf Basis der letzten 90 Tage. Im gleichen Zeitraum verzeichneten Bitcoin-Fonds negative Zuflüsse mit einem durchschnittlichen Verlust von bis zu 2,06 Milliarden US-Dollar auf 90-Tage-Basis.
Darüber hinaus liefern die Inflationstrends weitere Kontextinformationen. Die bereinigte Inflationsrate der privaten Konsumausgaben (PCE) liegt aktuell bei rund 2,9 % im Jahresvergleich, die Kerninflation bei etwa 3,0 % und die Kerninflation im Dienstleistungssektor bei über 3,4 %. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) verfolgt ein PCE-Ziel, und die jüngsten Entwicklungen deuten nicht auf eine klare Abwärtsbewegung hin. Solange sich die Erwartungen nicht lockern, wird die Liquiditätsausweitung begrenzt bleiben.
Willy Woo, Managing Partner bei CMCC Crest, merkte hinsichtlich der Preisniveaus an, dass jeder kurzfristigen Erholung in Richtung 70.000–80.000 US-Dollar wahrscheinlich erneuten Verkaufsdruck nach sich ziehen wird, da „das allgemeine Marktumfeld stark bärisch ist und sowohl die Liquidität im Spot- als auch im Futures-Handel abnimmt“. Er argumentiert, dass das Niveau von 45.000 US-Dollar mit dem vorherigen Bärenmarkt übereinstimmt. Darunter stellen 30.000 US-Dollar und 16.000 US-Dollar wichtige historische Unterstützungsniveaus dar, die gemeinsam die Aufrechterhaltung des langfristigen Trends stützen.
Was bedeutet dieses Tiefsignal für Bitcoin-Investoren?
Das Tiefsignal könnte auf einen potenziellen Preisanstieg hindeuten, Anleger sollten sich jedoch auf ein volatileres Marktumfeld als in früheren Zyklen einstellen. Es ist unerlässlich, Indikatoren und Liquiditätsströme genau zu beobachten, bevor Anlageentscheidungen getroffen werden.
Wie wirken sich ETF-Ströme auf den Markt aus?
Die negativen Mittelzuflüsse in Bitcoin-ETFs und die starken Zuflüsse in Gold-ETFs deuten auf einen breiteren Widerstand gegen Bitcoin-Investitionen hin. Dies könnte kurzfristig den Preisdruck erhöhen und für Anleger ein wichtiges Signal sein, ihre Positionen zu überdenken.
Können makroökonomische Faktoren den Bitcoin-Preis beeinflussen?
Zweifellos sind makroökonomische Indikatoren wie die Inflation und die Reaktion der US-Notenbank darauf entscheidend für die Zukunft von Bitcoin. Aktuelle Trends legen nahe, dass Anleger Vorsicht walten lassen sollten, da eine anhaltend hohe Inflation die Liquidität verringern und den Markt weiter unter Druck setzen könnte.