Bhutan, das malerische buddhistische Königreich, umgeben von mächtigen Berggipfeln, ist für seinen einzigartigen Entwicklungsansatz bekannt, der auf dem Konzept des „Bruttonationalglücks“ basiert. Doch hinter den Kulissen wird eine überraschend ehrgeizige Wirtschaftspolitik geschmiedet. Da die jüngere Generation auf der Suche nach besseren Möglichkeiten das Land in Scharen verlässt, ist Bhutan entschlossen, ausländische Investoren anzuziehen. Wie? Mit einem starken Fokus auf nachhaltige Energie und einem mutigen Engagement für Bitcoin.
Bhutan betreibt seit 2019 im Stillen Bitcoin-Mining. Damals lag der Preis für einen Bitcoin bei weniger als 10.000 US-Dollar. Heute liegt dieser Wert über 97.000 US-Dollar. Das macht Bitcoin nicht nur zu einem lukrativen Unterfangen, sondern auch zu einem klugen Schachzug für Bhutan, das fast seinen gesamten Strom aus billiger, erneuerbarer Wasserkraft bezieht. Der Erlös daraus fließt in die Staatskasse der DHI, einer Investmentgesellschaft, die mit dieser digitalen „Goldmine“ ein beeindruckendes Portfolio von drei Milliarden Dollar verwaltet.
Eines der zukunftsweisendsten Projekte unter ihrer Fittiche ist Gelephu Mindfulness City. Diese strategisch günstig an der Grenze zu Indien gelegene Stadt gilt als Brutstätte für Technologie-Startups, Gesundheitsinstitute und nachhaltige Unternehmen. Obwohl Gelephu derzeit hauptsächlich auf dem Papier existiert, sind die Pläne für den tatsächlichen Bau der Stadt ehrgeizig und könnten Bhutan maßgeblich als Tor zu Süd- und Südostasien öffnen.
Ein ernstzunehmendes Hindernis für diese großen Pläne ist der Abgang talentierter Mitarbeiter. Allein im Jahr 2023 wanderten 13.500 junge Bhutaner nach Australien aus – ein schwerer Schlag für ein Land, das aktiv neue Unternehmen und Technologien aufbaut. Obwohl Bhutan derzeit 2,5 Gigawatt Strom erzeugt und weitere 3 Gigawatt in der Entwicklung sind, bleibt der Mangel an Fachkräften ein Problem.
DHI verfolgt ähnliche Ambitionen wie Temasek in Singapur: agil, grün und ergebnisorientiert. Obwohl es einen erheblichen Größenunterschied gibt – Temasek verwaltet 300 Milliarden US-Dollar –, konzentriert sich Bhutan eher auf Geschwindigkeit und Fokus als auf Größe. Bhutans Zukunft als globaler Wirtschaftsakteur hängt jedoch von vielen Faktoren ab, darunter Volatilität von Kryptomärkten und den Erfolgen oder Misserfolgen von Stadt- und Infrastrukturprojekten. Aber eines ist sicher: Bhutan will mehr sein als eine Oase des Glücks; Das Ziel besteht darin, auf der Weltbühne ernsthaft wettbewerbsfähig zu sein.
Und wie sagt man das noch mal? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Welche Rolle spielt Bitcoin in Bhutans Wirtschaftsstrategie?
Bitcoin ist für Bhutans Strategie von entscheidender Bedeutung; Das Land nutzt seine Wasserkraftressourcen zum Mining der Kryptowährung und finanziert damit über die staatliche Investmentgesellschaft DHI verschiedene Investitionsprojekte.
Was ist Gelephu Mindfulness City?
Gelephu Mindfulness City ist eine geplante Wirtschaftszone in Bhutan, die ein Inkubator für Technologie-Startups, Gesundheitskliniken und grüne Industrien werden soll und auf die Integration in die Märkte in Süd- und Südostasien ausgerichtet ist.
Was ist derzeit die größte Herausforderung für Bhutan im Hinblick auf seine wirtschaftlichen Ambitionen?
Eines der größten Probleme ist die Abwanderung junger Talente: Ein erheblicher Teil der jungen Talente verlässt das Land, um anderswo bessere Chancen zu finden. Dies stellt eine Herausforderung für die Entwicklung inländischer Projekte und Industrien dar.