Die Ethereum Foundation hat eine aktualisierte Treasury-Richtlinie veröffentlicht, die auf eine Umstrukturierung der Verwaltung und Investition ihrer Reserven abzielt. Ziel ist es, eine Strategie zu entwickeln, die stärker auf die On-Chain-Ökonomie abgestimmt ist, die die Organisation mit aufgebaut hat.
Die neue Finanzpolitik der gemeinnützigen Organisation umreißt zwei Schlüsselinitiativen, die die Governance des Ethereum-Ökosystems hervorheben.
Erstens gibt es das ehrgeizige Ziel, die jährlichen Ausgaben von 15 % des Vermögens auf nur 5 % bis 2030 zu senken und gleichzeitig die Treasury-Ressourcen für Investitionen in DeFi-Protokolle zu nutzen.
Dieser Ansatz könne möglicherweise „akzeptable Renditen auf das Staatsvermögen“ liefern und gleichzeitig die Prinzipien von Ethereum bewahren, sagte Hsiao-Wei Wang, Co-Geschäftsführer der Stiftung.
Die neuen Richtlinien formalisieren einen niedrigeren Ausgabenpfad und einen regelbasierten Ansatz für die Umwandlung der Ethereum-Reserven der Stiftung in Bargeld.
Die Stiftung wolle diese Ziele erreichen, indem sie in niedrigere jährliche Betriebskosten investiere und einen vorhersehbaren „Gleit- und Basispfad“ für ihre Ausgaben festlege, sagte Wang.
Die Stiftung geht davon aus, dass sie ihre Aufgaben langfristig wahrnehmen wird, rechnet jedoch damit, dass sich ihr Wirkungsbereich allmählich verringern wird, so Wang.
Die regelbasierte Konvertierung bedeutet, dass Ethereum (ETH) wird automatisch verkauft, wenn die Barreserven unter den 2,5-Jahres-Ausgabenpuffer fallen, der etwa 37,5 Prozent der Staatskasse ausmacht, wie Wang bemerkte.
Jedes Quartal wird die Ethereum Foundation einen Teil ihrer Ethereum-Reserven verkaufen, je nach Bargeldbedarf, indem sie Ethereum über Börsen oder On-Chain-Swaps in Fiatgeld umwandelt.
Das Barreserveziel, das sich aus den jährlichen Betriebskosten multipliziert mit der gewünschten Laufzeit berechnet, „wirkt sich direkt auf die Größe und Häufigkeit der ETH-Verkäufe aus“, sagte Wang.
In dem Strategiepapier stellt die Stiftung das Konzept „Defipunk“ vor, einen neuen Begriff, der beschreibt, wie „Cypherpunk“-Werte auf DeFi (dezentrale Finanzen) und das breitere Ethereum-Ökosystem angewendet werden können.
Der Begriff hat seinen Ursprung im Cypherpunk-Manifest, das 1993 vom amerikanischen Programmierer und Mathematiker Eric Hughes verfasst wurde, und übernimmt dessen Kernideen.
In diesem Manifest argumentiert Hughes, dass Datenschutz ist für eine freie und offene Gesellschaft unerlässlich. Um die Privatsphäre zu schützen, sollten Einzelpersonen praktische Abwehrmaßnahmen mithilfe von Kryptografie und Code entwickeln, anstatt sich auf die Autorität von Regierungen oder Unternehmen zu verlassen.
Im Einklang mit dieser Vision hat die Stiftung Kriterien für die Projekte festgelegt, die sie unterstützen möchte.
„Damit Privatsphäre weit verbreitet ist, muss sie Teil eines Gesellschaftsvertrags sein“, schrieb Hughes.
Die Ethereum Foundation schließt sich dieser Meinung an und weist darauf hin, dass Datenschutz zwar „einheimische Netzwerkeffekte“ habe, diesem Thema aber bislang „fast keine Beachtung geschenkt“ worden sei.
Eine „starke, frühzeitige institutionelle Unterstützung“ durch Einrichtungen wie die Ethereum Foundation könne „einzigartig wertvoll sein, um das Gleichgewicht“ in Richtung Datenschutz im dezentralen Finanzwesen zu verschieben, sagte Wang.
Was sind die wichtigsten Änderungen an der Finanzpolitik der Ethereum Foundation?
Die Ethereum Foundation hat ihre Finanzpolitik angepasst, indem sie die jährlichen Ausgaben von 15 % auf 5 % gesenkt und einen regulierten Ansatz für Ethereum (ETH)-Verkäufe eingeführt hat, wobei sie „Defipunk“-Prinzipien für Investitionen in DeFi-Protokolle verwendet.
Was beinhaltet das Konzept „Defipunk“?
„Defipunk“ ist ein neuer Begriff, der die Anwendung von Cypherpunk-Werten auf dezentrale Finanzen beschreibt und den Datenschutz als Schlüsselaspekt des Ethereum-Ökosystems und von DeFi betont.
Wie wird die Ethereum Foundation den ETH-Verkauf strukturieren?
Die Stiftung wird den Ethereum-Verkauf so strukturieren, dass sie je nach Bargeldbedarf vierteljährlich einen Teil ihrer Reserven verkauft. Automatische Verkäufe erfolgen, wenn die Bargeldreserven unter den Ausgabenpuffer von 2,5 Jahren fallen.