Laut dem niederländischen Verband von Liegen (NVB) macht siebzig Prozent aller Online-Dienste aus Betrug Die Betrugsfälle gehen von Social-Media-Plattformen wie Meta, TikTok und Google aus. Ihrer Ansicht nach ergreifen diese Unternehmen nicht genügend Maßnahmen, um Internetbetrüger abzuwehren. Angesichts aktueller Betrugszahlen fordert das NVB die Tech-Giganten auf, Verantwortung zu übernehmen.
Dieser Aufruf erfolgt im Anschluss an die Veröffentlichung der jährlichen Betrugszahlen. Diese Zahlen zeigen, dass der durch Betrug mit Bank-Helpdesks verursachte Schaden im Jahr 2025 um mehr als 3 Millionen Euro auf insgesamt 25,8 Millionen Euro gestiegen ist. Auch der Schaden durch Phishing hat zugenommen, und zwar um 1,8 Millionen Euro auf fast 2,6 Millionen Euro.
Obwohl die Zahl der Opfer von Betrugsfällen im Zusammenhang mit Bank-Helpdesks um 14 % auf knapp 5.900 gesunken ist, hat der durchschnittliche Schaden pro Opfer sogar zugenommen. Dies liegt daran, dass Betrüger es auf höhere Beträge abgesehen haben.
In den letzten Jahren haben Banken erheblich in die Betrugsbekämpfung investiert und arbeiten eng mit Polizei, Telekommunikationsunternehmen und anderen Behörden zusammen. Die Kooperation mit sozialen Medien hinkt jedoch hinterher.
Laut NVB-Vorsitzender Medy van der Laan ist der aktuelle Kampf gegen Online-Betrug ohne die Hilfe großer Technologie- und Social-Media-Unternehmen unzureichend: „Ohne deren Hilfe bleibt es ein aussichtsloser Kampf.“
Als Reaktion auf die Vorwürfe erklärt Meta, bis 2025 159 Millionen betrügerische Anzeigen und 10,9 Millionen kriminelle Konten entfernt zu haben. TikTok gibt an, 97,7 % der illegalen Inhalte zu entfernen, bevor diese gemeldet werden. Google hat sich bisher nicht geäußert.
Dieser Aufruf erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Banken unter rechtlichem Druck stehen. Kürzlich urteilte das Institut für Beschwerden im Finanzdienstleistungssektor (Kifid), dass Banken grundsätzlich den vollen Schadenersatz bei Betrug durch den Kundenservice leisten müssen, es sei denn, dem Kunden liegt grobe Fahrlässigkeit vor.
Der NVB fordert Social-Media-Unternehmen zu konkreten Maßnahmen auf, wie etwa dem aktiven Entfernen von gefälschten Anzeigen und betrügerischen Webseiten. Andernfalls werden die Kosten der Betrugsbekämpfung letztendlich auf alle Kontoinhaber abgewälzt.
