Der aktuelle Bitcoin-Marktzyklus zeigt im Vergleich zu seinen drei Vorgängern eine deutliche Schwäche. Alex Thorn, Forschungsleiter des Investmentunternehmens Galaxy, verweist auf einen drastischen Rückgang der Volatilität und ein geringeres Aufwärtspotenzial seit der Halbierung im April 2024. Während frühere Halbierungen oft zu explosiven Preisschwankungen führten, ist der aktuelle Zyklus durch eine signifikante Dämpfung dieser Volatilität gekennzeichnet. Der Höchstpreis von über 125.000 US-Dollar am 5. Oktober 2025 lag nur 97 % über dem Halbierungspreis von rund 63.000 US-Dollar, was auf eine neue Normalität für Bitcoin-Investitionen hindeutet.
Vergleiche mit früheren Halbierungen
Während des Halving-Zyklus 2012 stieg der Bitcoin-Kurs um unglaubliche 9.294 % und erreichte einen Höchststand von rund 1.163 US-Dollar. Das Halving 2016 führte zu einem Anstieg von 2.950 %, wobei der Bitcoin-Kurs bei etwa 19.891 US-Dollar kletterte. Das Halving 2020 brachte einen weiteren Anstieg von 761 %. Im Gegensatz dazu bleibt der aktuelle Zyklus hinter diesen Werten zurück. In einem Beitrag auf einer Social-Media-Plattform fragt sich Thorn, ob dieser Trend der neue Standard oder nur eine vorübergehende Abweichung ist.
Die geringere Volatilität während der Halbierungen deutet auf einen Wandel der traditionellen Marktdynamik hin. Die Kursentwicklung von Bitcoin könnte zunehmend von externen Faktoren wie der Wirtschaftslage und regulatorischen Rahmenbedingungen beeinflusst werden, anstatt allein von der Halbierung oder dem üblichen Vierjahreszyklus. Auch der 30-Tage-Volatilitätsindex muss berücksichtigt werden: Er erreichte am 2. April 2020 einen Höchststand von 9,64 %, lag im aktuellen Zyklus jedoch nicht über 3,11 % und erreichte zum Abschluss lediglich 1,75 %.
Kritiker weisen darauf hin, dass der aktuelle Zyklus aufgrund des atypischen Höchstpreises von über 70.000 US-Dollar im März 2024 – einen Monat vor der Halbierung im April desselben Jahres – hinter den Erwartungen zurückbleibt. Diese Doppeltop-Formation wurde primär durch die zunehmende Verbreitung von Bitcoin-ETFs in den USA ausgelöst, die als Haupttreiber dieses Preisanstiegs gilt. Laut Kritikern von Thorns Analyse könnte diese historische Anomalie die Preisentwicklung des aktuellen Zyklus verzerrt haben.
Die Kursrückgänge bei Bitcoin sind mit der gesunkenen Volatilität weniger stark ausgefallen. In der Vergangenheit waren in Bärenmärkten für Bitcoin Rückgänge zwischen 80 % und 90 % keine Seltenheit, wie Zack Wainwright von Fidelity Digital Assets feststellte. Im Gegensatz zum aktuellen Zyklus ist der Rückgang vom Höchstpreis auf rund 60.000 US-Dollar, ausgehend von über 125.000 US-Dollar, mit einem Minus von nur etwas über 50 % bemerkenswert moderat.
In einem kürzlich geführten Interview im März erklärte Jan van Eck, CEO des Vermögensverwaltungsunternehmens VanEck, dass er erwartet, dass Bitcoin seinen Tiefpunkt erreicht hat und der Preis im Jahr 2026 wieder allmählich steigen wird. Aktuell notiert die größte Kryptowährung bei rund 74.703 US-Dollar, was einem Anstieg von fast 5 % in den letzten sieben Tagen entspricht (laut Daten von TradingView).
Welche Auswirkungen hat die geringere Volatilität für Anleger?
Die sinkende Volatilität könnte auf einen stabileren Markt hindeuten. Für Anleger bedeutet dies, dass sie zwar einem geringeren Risiko extremer Preisschwankungen ausgesetzt sind, gleichzeitig aber auch weniger Chancen auf die explosiven Kursgewinne haben, die die Vergangenheit geprägt haben.
Warum stellt die jüngste Kursentwicklung von Bitcoin ein Problem für Kritiker dar?
Der ungewöhnliche Preisanstieg kurz vor der Halbierung hat die übliche Preisdynamik untergraben. Dies könnte zu unrealistischen Erwartungen hinsichtlich des zukünftigen Wachstums führen und die allgemeine Marktwahrnehmung verzerren.
Was können wir in den kommenden Jahren vom Bitcoin-Preis erwarten?
Die Einschätzungen der Experten variieren, es herrscht jedoch weitgehend Einigkeit darüber, dass Bitcoin im Jahr 2026 einen Aufwärtstrend aufweisen könnte, insbesondere wenn die Marktbedingungen weiterhin günstig bleiben und die institutionellen Investitionen zunehmen.
