Passives Investieren erzielt oft bessere Ergebnisse als aktives Investieren, obwohl letzteres kurzfristig mitunter höhere Renditen abwerfen kann. Dies wurde kürzlich erneut bestätigt, als der amerikanische Finanzdienstleister Morningstar sein Active/Passive Barometer veröffentlichte. Der Bericht verglich knapp 30.500 aktive und passive europäische Fonds und kam zu dem Schluss, dass nach Abzug der Kosten nur 29 % der aktiv verwalteten Fonds besser abschnitten als passive Fonds.
Mit den richtigen Anlageentscheidungen und einer kompetenten Beratung kann aktives Investieren zeitweise höhere Renditen erzielen. Es ist jedoch schwierig, dauerhaft höhere Renditen zu erwirtschaften, da man ständig die richtigen Anlageentscheidungen treffen muss. Beim passiven Investieren hingegen ist man mit der durchschnittlichen Rendite zufrieden.
Mit passivem Investieren können Sie beispielsweise in einen Indexfonds oder einen ETF (Exchange Traded Fund) investieren. Beide investieren in die Aktien oder Anleihen eines Aktienindex, wie beispielsweise des S&P 500, der die Anteile der 500 wichtigsten US-amerikanischen Unternehmen umfasst. Der Hauptunterschied zwischen ETFs und Indexfonds besteht darin, dass Sie ETFs direkt an der Börse kaufen und verkaufen können, während Sie in Indexfonds nur über eine Bank oder einen Fondsmanager investieren können.
Beim passiven Investieren sind die Transaktionskosten über einen Online-Broker in der Regel niedriger als über eine Bank oder einen Vermögensverwalter. Bekannte Broker sind beispielsweise Bolero, Saxo Bank und ING Self Invest. Allerdings erheben einige Banken und Broker zusätzliche Gebühren, etwa für die Verwahrung Ihrer Wertpapiere. Entscheiden Sie sich für einen kostengünstigen ausländischen Broker, müssen Sie wahrscheinlich zusätzliche administrative und steuerliche Angelegenheiten regeln.
Bei einem Broker besteht weniger Druck, aktiv zu investieren. Online-Broker hingegen drängen möglicherweise eher zu Transaktionen, da sie daran verdienen. Eine Bank bietet hingegen mehr Beratung, auch für passive Anleger. Sie kann Ihnen beispielsweise bei der Auswahl anderer Spar- und Anlageprodukte helfen.
Dies ist aktuell über verschiedene Broker und Banken möglich. ING Self Invest hat kürzlich einen Sparplan eingeführt, mit dem Sie in ETFs investieren können. Andere Broker, darunter Bolero und die Saxo Bank, boten dies bereits an, ebenso wie diverse ausländische Broker. Mit dem Sparplan von ING können Sie wöchentlich, monatlich oder vierteljährlich automatisch einen Betrag ab 1 Euro in ETFs investieren, die Sie selbst aus einer Liste auswählen.
Alternativ können Sie einen Sparplan wählen, bei dem Sie regelmäßig (z. B. monatlich) einen selbst festgelegten Betrag über Banken oder Vermögensverwalter investieren. Dies geschieht entweder in ein auf Ihr Risikoprofil zugeschnittenes Musterportfolio oder in Anlageprodukte Ihrer Wahl.
Die erfolgreichsten Anlagepläne setzen häufig auf passives Investieren und ETFs. Beispielsweise erzielte das offensive Portfolio Easyvest 10 in den letzten fünf Jahren eine durchschnittliche Rendite von 10,38 %, was allerdings mit einem erheblichen Risiko verbunden ist. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist jedoch keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Das neutrale Portfolio des Axento ETF Beleggen-Anlageplans erwirtschaftete in den letzten fünf Jahren eine durchschnittliche Rendite von 4,99 %, was ein attraktives Renditepotenzial bei geringerem Risiko darstellt.
