Der Preis von Gold Der Goldpreis hat einen Tiefststand erreicht, den niedrigsten seit über einem Monat. Obwohl die US-Notenbank die Leitzinsen bei 3,50–3,75 % beließ, dämpfte sie die Erwartungen auf weitere Zinssenkungen. Dies wirkt sich negativ auf Gold und Silber aus, Anlagen, die normalerweise von geopolitischen Unruhen profitieren.
Es scheint paradox: Im Nahen Osten herrscht Krieg, doch der Goldpreis sinkt. Diese unerwartete Entwicklung lässt sich dadurch erklären, dass der Krieg die Ölpreise in die Höhe treibt. Höhere Ölpreise befeuern den … Inflation Die anhaltende Inflation zwingt die US-Notenbank, die Zinssätze hoch zu halten.
Gold, das selbst keine Rendite abwirft, ist davon unmittelbar betroffen. Solange die Zinsen hoch bleiben, sind Anleihen und verzinsliche Sparprodukte attraktiver als Gold. Folglich steigt der sogenannte Realzins – der um die Inflation bereinigte Zinssatz –, was historisch gesehen negativ für Gold ist.
Das ist eine seltene Situation: ein Krieg, der den Goldpreis indirekt untergräbt, anstatt ihn zu fördern.
Silber hat es besonders schwer. Es ist nicht nur ein Edelmetall, sondern dient auch als industrieller Rohstoff in der Elektronik-, Solarzellen- und Automobilindustrie. Durch den gleichzeitigen Rückgang des Goldpreises und die schwächeren Wirtschaftsaussichten aufgrund hoher Energiepreise gerät Silber von zwei Seiten unter Druck.
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) deutete an, dass gegen Ende des Jahres noch Spielraum für eine leichte Zinssenkung bestehe, betonte aber gleichzeitig, dass die Inflation weiterhin ein erhebliches Risiko darstelle. Solange die Energiepreise hoch bleiben und der Konflikt mit dem Iran andauert, ist ein schnelles Eingreifen der Fed unwahrscheinlich.
Analysten gehen davon aus, dass der Abwärtsdruck auf Edelmetalle vorerst anhalten wird. Erst wenn der Ölpreis deutlich sinkt oder die US-Notenbank (Fed) klar signalisiert, dass Zinssenkungen unmittelbar bevorstehen, wird Gold wieder attraktiver.